Ein Wort an Frauen


Jeder interessierten Frau biete ich die Möglichkeit, sich nach einer leckeren Tasse Tee meine Räumlichkeiten anzuschauen und Fragen zu stellen.

Frauen gehen so gut wie gar nicht zu einer Tantra-Massage und ich habe mich gefragt: Warum eigentlich nicht?

Die Antworten sind vielfältig und ich habe auch meine Freundinnen gefragt.

Für das Geld geh ich lieber zum Friseur, ins Nagelstudio oder Shoppen.

Für Wellness gebe ich grundsätzlich kein Geld aus, bestenfalls mal Sauna.

Soviel Geld kann ich dafür nicht ausgeben. Andere Dinge sind wichtiger.

Ich kann mich nicht von einem wildfremden Menschen im Intimbereich berühren lassen.

Für mich ist das Sex und den will ich nur mit meinem Partner haben.

Ich mag keine Massagen und gehe nur aus medizinischen Indikationen.

Ich habe kein Bedürfnis und/oder keinen Spaß an Erotik und Wellness.

Meine religiöse Erziehung verbietet mir diese Form der Berührung.

Uvm.

Auf mich selbst haben so ziemlich alle diese Gründe mal zugetroffen. Mittlerweile hat sich meine Einstellung zur Sexualität, Erotik und auch zum Leben selbst sehr verändert. ICH habe mich verändert.
Dadurch, daß ich mich verändert habe, haben sich auch meine Beziehungen zu anderen Menschen verändert.
Und das hat mir, meiner Gesundheit, meiner Seele, meinem Leben und meinen Beziehungen sehr gut getan. Ich bin offener, gelassener und ausgeglichener, kann meine Wünsche und Bedürfnisse konkret mitteilen und habe mehr Lust und Lebenslust, nachdem ich lange Zeit mit Depressionen zu kämpfen hatte. Nähe und Berührung sind mir wichtiger geworden, als ein neues Paar Schuhe kaufen zu können. Mein Selbst-Bewußtsein ist gestiegen, weil ich mich mit mir selbst wohlfühle und mich so annehmen kann, wie ich nunmal bin. Das strahle ich auch auf meine Mitmenschen aus, die darauf wiederum positiv reagieren. Ich habe aber vor allem auch aufgeräumt mit den für mich falschen religiösen und gesellschaftlichen Grenzen und Blockaden. Das alles gibt mir eine große persönliche Freiheit und läßt mich glücklich sein. Ich massiere gern im Freundes- und Kollegenkreis, weil mir das nicht nur Spaß macht und gut tut, sondern weil es mir jedesmal auch neue Erkenntnisse bringt. Andere zu massieren ent-spannt auch mich, es beruhigt, läßt mich gut schlafen und träumen und bereitet Wohlgefühl oft über mehrere Tage.

Mittlerweile habe ich auch fast alle meine Freundinnen einmal massiert und sie alle haben es nicht nur genossen (die meisten erst nach anfänglichen Bedenken und Ängsten), sondern mögen es immer wieder und wollen es auch lernen. Manche können eine Berührung des Intimbereichs noch nicht zulassen. Trotzdem tut es gut. Eine meiner Freundinnen ist schwer übergewichtig (140 kg auf 1,68 m), sehr verklemmt und sie hatte keinen Partner. Nachdem sie sich endlich mal von mir massieren ließ, wurde ihr bewußt, wie groß ihr Problem mit menschlicher Nähe ist. Bei der Gesichtsmassage flossen Tränen (das kommt oft vor). Ein paar Tage danach bekam ich eine Email in der sie schrieb: "Danke, daß du mir gezeigt hast, daß Nähe nicht gefährlich sein muß. Ich muß und möchte mein Leben neu ordnen." Mittlerweile hat sie einen netten Partner, praktiziert mit ihm Paarmassage und ist sichtlich glücklich. Das ist natürlich "best case" der Optimalfall.

Durch meinen Tantra-Lehrer, Klaus Smets in Wuppertal, konnte ich als Assistentin an Tantra-Workshops für Paare teilnehmen. Hier wurde mir bewußt wie wenig sich selbst sehr lang verheiratete Paare kennen. Fast alle gehen nach diesem Event mit neuen Erkenntnissen heim. Und ich denke, daß es fast immer eine Bereicherung der Partnerschaft und vielleicht ein anderer und neuer gemeinsamer Weg ist, sich gegenseitig zu fühlen und zu er-leben. Durch Verstehen wird Verständnis geweckt.

Leider ist aber auch Realität, daß Frauen in unserer Gesellschaft finanziell schlechter gestellt sind als Männer. Mehr Frauen als Männer sind arbeitslos, sind von Hartz IV betroffen oder sind alleinerziehend. Wer mal morgens oder abends im Berufsverkehr gestanden hat und sich mal umschaut wer so in welchen Autos sitzt, dem wird auffallen, daß da nicht nur überwiegend Männer unterwegs sind, sondern daß Männer auch in der Regel die besseren Autos fahren. Männer sind somit eher in der Lage und auch bereit ihr Geld für Wellness und insbesondere Erotik auszugeben.